Internetfernsehen: Ehrensenf- extra scharf

ehrensenfEhrensenf ist eine Internet-Fernsehsendung im Stile eines Videoblogs, die von Montag bis Freitag jeweils neu produziert wird. Es handelt sich um eine nur viereinhalb Minuten lange Mischung aus Comedy, Satire und Information. Websites. Kurioses und Spieletipps werden genauso augenzwinkernd vorgestellt wie auch aktuelle Nachrichten. Produziert wird von der Firma „Ravenrocker“ und gefilmt wird in einem kleinen Studio in Köln. Jede Folge wird von etwa 30.000 Zuschauern angeklickt.

Katrin Bauerfeind- das frühere Gesicht von „Ehrensenf“
Katrin Bauerfeind moderierte von November 2005 bis Juni 2007 bei „Ehrensenf“. Die Sendung lebte von der Komik der Texte, dem Sprachwitz und dem schauspielerischen Können der Moderatorin. Mit ihrem Gesicht und den Gags von Rainer Bender, der vorher u.a. für Harald Schmidt textete, wurde das neuartige Format innerhalb kurzer Zeit bekannt. Wie gut Bauerfeind ihren „Studentenjob“ machte, blieb ausserhalb des Internetfernsehens nicht lange verbogen. Laut Harald Schmidt ist sie die „kommende Frau im deutschen Fernsehen“, mit der es „steil nach oben gehen“ werde. Als Schwangerschaftsvertretung für Tita von Hardenberg ist Bauerfeind seit September für vier Monate bei Polylux, einem satirischen RBB-Zeitgeistmagazin bei der ARD, engagiert.

Wie geht’s weiter mit Ehrensenf?
„Ehrensenf“ trat, dank der Produzenten Carola Haase-Sayer und Rainer Bender vom Medienunternehmen „Ravenrocker“, von Anfang an professionell auf. Die beiden verfügen über reichlich Fernseherfahrung bei RTL sowie SAT1 und lernten sich bei der gemeinsamen Arbeit für die „RTL-Wochenshow“ kennen. „Ehrensenf“ wurde bereits mit zwei Grimme-Online-Awards und dem Lead-Award Web-Feature 2006 ausgezeichnet und schreibt inzwischen schwarze Zahlen. Nach dem Weggang von Katrin Bauerfeind im Juni war anzunehmen, dass die besten Zeiten von „Ehrensenf“ vorüber wären. Doch momentan sieht es nicht so aus, als ob mit den beiden neuen Moderatoren Christine Henning, die Medienwirtschaft studierte, und Mark Freuer, der vom klassischen Fernsehen zu „Ehrensenf“ wechselte, die Zuschauerzahlen oder die Beliebtheit von Ehrensenf sinken würden. Das gemischte Moderatorenteam gibt der Sendung seit Juli eine spannende Dynamik. Internet-User sind flexibel genug, sich auf neue Gesichter einzustellen, da das Internet sowieso permanent in Bewegung ist.

Internetfernsehen
Die Internetuser sind genauso kritisch wie gewöhnliche Fernsehzuschauer. Was nicht gefällt, wird weggeklickt bzw. weggedrückt. Die täglichen Klicks werden, im Gegensatz zur Quote beim normalen Fernsehen, bisher nicht allzu streng gemessen, so dass Raum für Kreativität und Experimente bleibt. Dank der Kooperation von „Ehrensenf“ mit Spiegel-online wurde Internetfernsehen schlagartig bekannt. Professionalität bei der Moderation und Produktion sowie gute Verbindungen zahlen sich eben auch im Internet aus. Für Bauerfeind hat sich Ehrensenf als Sprungbrett zum klassischen Fernsehen entwickelt. Es bleibt abzuwarten, ob es sich dabei um einen Einzelfall handelt oder ob sich zukünftig vermehrt Moderatorennachwuchs zunächst beim Internetfernsehen profilieren muss.

Links:
- Ehrensenf, die Website
- Internet Fernsehen

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